4-Prozent-Regel

4-Prozent-Regel: die Regel für Deinen Ruhestand

Langsam lassen wir die Coronakrise hinter uns. Das Reisen in entfernte Länder wird schon bald wieder möglich sein. Und schon jetzt sehen wir vor unserem inneren Auge den Sandstrand und das Meer. Doch warum immer auf den Urlaub warten? Wäre es nicht viel besser, der starren Struktur aus Arbeits- und Urlaubszeit zu entfliehen? Schließlich könnte man dann immer reisen, wann man will, und müsste nicht warten, bis es wieder Urlaubszeit ist. Du denkst, das geht nicht? Und wie das geht! Was die 4-Prozent-Regel damit zutun hat, zeigen wir Dir außerdem in folgendem Beitrag.

Was ist die 4-Prozent-Regel?

Die 4-Prozent-Regel ist an und für sich ziemlich simpel. Die Regel besagt, dass Du bedenkenlos vier Prozent von Deinem Vermögen pro Jahr abheben kannst. Wenn Du das machst, sollte Dein Kapital 30-Jahre reichen. Doch lass uns das an einem Beispiel genauer betrachten. Nehmen wir an, Du hast bereits 10.000 Euro angespart. Wenn Du das Geld in ein Portfolio, welches zu 50 % aus Aktien und zu 50 % aus Anleihen besteht, investierst, kannst Du pro Jahr 400 Euro entnehmen. Das ganze kannst Du 30 Jahre machen, ohne, dass Du am Ende pleite bist. Jetzt fragst Du dich sicher, woher die Aussage kommt.

Bekannt wurde die 4-Prozent-Regel auch als Trinity-Studie, da sie von drei Professoren an der texanischen Trinity-Universität publiziert wurde. Das originale Dokument kannst Du hier einsehen. Die Professoren fragten sich, wie viel Geld Anleger gerade so aus dem anfänglichen Portfolio abziehen können, damit das Kapital über die Laufzeit reicht. Eine wichtige Fragestellung: ziehst Du zu viel ab, schrumpft das Kapital möglicherweise zu schnell und Du kommst damit nicht über die Dauer aus. Eine schlechte Situation, wenn am Ende mehr Leben als Geld übrig ist. Entnimmt man jedoch zu wenig, muss man seinen Lebensstandard unnötigerweise einschränken. Außerdem will man ja vielleicht nicht so viel übrig lassen.

Die Studie wurde schon im Jahr 1998 publiziert. Dementsprechend sind die Daten verwendeten Daten mittlerweile etwas älter. Genauer gesagt nutzten die Autoren historische Daten von den Jahren 1925 bis 1995. Jedoch wurden in der Zwischenzeit schon neuere Datensätze analysiert, z. B. hier und hier. Interessant ist, dass auch die neueren Studien zu ähnlichen Ergebnissen kommen. Die 4-Prozent-Regel hat dementsprechend in der heutigen Zeit noch ihre Daseinsberechtigung und Gültigkeit.

Was mache ich jetzt mit den Erkenntnissen?

Die 4-Prozent-Regel liefert Dir eine Faustformel für die finanzielle Freiheit. Anhand der 4-Prozent-Regel kannst Du die Frage beantworten, wie viel Rücklagen Du benötigst, um die finanzielle Freiheit zu erreichen. Der Gedankengang ist einfach. Frage Dich, wie viel Geld Du jedes Jahr benötigst. Am besten betrachtest Du dafür einen längeren Zeitraum und bildest daraus den Mittelwert. Multipliziere diesen Wert nun mit fünfundzwanzig. Schon weißt Du grob, wie hoch Deine Rücklagen für die finanzielle Freiheit sein müssen. Von Deinen Rücklagen kannst Du die 4-Prozent entnehmen und Deine Ausgaben decken. Schon bist Du finanziell frei. Bedenke jedoch, dass es sich bei dem errechneten Wert eher um einen groben Richtwerte handelt, als um einen exakten Wert. Außerdem könnte Dein Zeithorizont mehr als die 30 Jahre betragen. Für längere Zeiträume wurde die 4-Prozent-Regel nicht entwickelt. Bevor Du dein Geld anlegst, solltest Du auch aufpassen, nicht den typischen Anlegerfehlern zum Opfer zu fallen.