Anlagefehler

Typische Anlagefehler: die zehn Gebote des Investierens

Hast Du in der letzten Krise Dein Depot vor lauter Panik aufgelöst? Oder hast Du Dein Kapital immer noch “sicher” auf dem Tagesgeldkonto und es wird dort langsam vom Negativzins aufgefressen? Vielleicht wartest Du auch noch immer auf fallende Kurse und den perfekten Einstiegszeitpunkt?
Wie auch immer Deine Situation ist, um langfristig als Investor finanziell erfolgreich zu sein, solltest Du die typischen Anlagefehler vermeiden. Welches die häufigen Anlagefehler, wollen wir in diesem Beitrag behandeln.

Anlagefehler Nr. 1: nicht investieren

Den größten Anlagefehler, den man begehen kann, ist überhaupt nicht zu investiert. Gleichzeitig ist es auch das erste Gebot des Investierens.

Viele scheuen das Investment in Aktien oder ETFs. Zudem muss ja nach vielen Jahren des Aufschwungs ein Abschwung kommen und außerdem befinden wir uns gerade in einer Krise. Deswegen lässt man sein Geld lieber auf dem Girokonto oder auf dem Sparbuch und wartet ab. Außerdem fehlt gerade die Zeit, sich mit dem komplizierten Aktienthema auseinanderzusetzen. Eine andere Ausrede könnte die Lebensphase: Schließlich muss man als Familienvater doch für die zwei studierenden Kinder Unterhalt zahlen und kann somit kein Geld anlegen. Oder man ist gerade erst in den Job eingestiegen und muss Rücklagen bilden, bevor man mit dem Investieren anfangen kann. Vielleicht ist es auch das Projekt auf der Arbeit, das gerade so viel Zeit frisst, dass man sich nicht mit der Finanzplanung auseinandersetzen kann.

Es gibt viele Ausreden, warum gerade jetzt ein schlechter Zeitpunkt ist, nicht zu investieren. Wer so denkt, der begeht jedoch einen großen Anlagefehler. Fakt ist, dass Du Dir die Zeit für die Finanzplanung nehmen musst. Später wirst Du davon profitieren. Weiterhin bieten viele Banken Sparpläne an, die man auch mit einer geringen Sparrate besparen kann. Deswegen ist es jetzt an die Zeit alle Ausreden aus dem Weg zu räumen und mit dem Investieren zu beginnen!

Streue Dein Kapital!

Viele Anleger setzen zu viel auf eine Karte und begehen damit einen Anlagefehler. Jedoch ist die Diversifikation der Schlüssel zum langfristigen Erfolg, am besten über verschiedene Anlageklassen hinweg. Eine bunte Mischung aus Aktien, Anleihen, Immobilien, Gold oder sonstigen Sachwerten trägt zur Stabilität des Portfolios bei und garantiert auch in Krisenzeiten einen guten Schlaf. Außerdem ist es gerade beim Thema Aktien wichtig, nicht alles auf die eine gewinnversprechende Aktie zu setzen, sondern möglichst den Markt zu kaufen. Damit ist die Investition in Indizes gemeint, wie zum Beispiel in den MSCI World.

Anlagefehler Nr. 3: Deine Emotionen!

»Der Aktienmarkt ist der einzige Markt, vor dem die Leute weglaufen, wenn dort ein Ausverkauf stattfindet.«

Warren Buffett

Dieses Zitat stammt von der Investorenlegende Warren Buffet und fasst den Punkt sehr gut zusammen. Die Kernaussage des Zitats ist ein Anlagefehler, den viele Investoren begehen. Sie tätigen ihre Entscheidungen zum Beispiel aufgrund von Angst, Euphorie oder Gier. Sie verkaufen beim Crash panikartig ihre Positionen und kaufen erst dann wieder, wenn die Kurse schon neue Höchststände erreicht haben. Dabei führt genau das Gegenteil zum Erfolg!

Was jedoch auf dem Papier so logisch und einfach klingt, erweist sich in der Praxis als schwierig umsetzbar. Deswegen müssen vorab gewisse Gegenmaßnahmen getroffen werden. Zum einen muss das Depot vor einer Krise so aufgestellt sein, dass es den Anleger bei einem Börsengewitter nicht im Regen stehen lässt. Zudem muss das Risikoprofil des Depots zum Anleger passen. Zum anderen muss sich jeder Anleger über die Risiken im Voraus bewusst sein. Dass sich Durchhalten lohnt, hat spätestens die Coronakrise verdeutlicht. Nach einem heftigen Abschwung folgten Börsentage mit teils zweistelligen Gewinnen. Verpasst der Anleger diese, schmälert das die zukünftige Rendite. Daneben hilft es auch, eine gewissen Cashposition im Depot zu haben, um bei fallenden Kursen schnell verfügbare Mittel zu haben.

Typischer Anlagefehler: sich von Emotionen leiten lassen

Home Bias: setze nicht (nur) auf den Heimatmarkt!

Viele Anleger sind vom Home Bias betroffen. Dieser Effekt führt dazu, dass Anleger ihre Heimatmärkte in ihren Depots tendenziell übergewichten. Beispielsweise investieren viele deutsche Anleger eher in deutsche Aktien, anstatt international diversifiziert zu sein. Die Ursache für diesen Effekt dürfte hauptsächlich psychologische Aspekte sein. Mit einer Investition in deutsche Werte geht ein Kontrollgefühl einher. Das Resultat daraus ist jedoch ein Renditeverlust. Aus diesem Grund solltest Du den Home Bias vermeiden und dein Portfolio möglichst breit international streuen.

Jage keinen Experten hinterher!

Woher sollen Experten wissen, was für Dein Depot richtig ist? Es ist schließlich Dein Depot und deswegen kannst nur Du wissen, was gut dafür ist. Ein häufiger Fehler von Anlegern ist, dass sie den Tipps der Experten mehr Vertrauen schenken, als den eigenen Einschätzung. Zudem kommt noch erschwerend hinzu, dass die vermeintlichen Profis ständig ihre Meinung ändern und der Anleger dann das Depot dementsprechend korrigieren muss.

Deswegen behalte bei jeder Anlageentscheidung stets im Hinterkopf, dass die Experten meistens ihre eigenen Interessen verfolgen oder einen Fehler machen. Du kannst Dir gerne die Meinung von Ihnen anhören, fälle das Urteils jedoch stets aufgrund Deiner eigenen Einschätzung der Lage. Nur Du hast die Weitsicht und den Zeithorizont für Dein Depot.

Hin und Her macht (auch) Deine Taschen leer!

Jede Transaktion, egal ob Kauf oder Verkauf, kostet Dich Geld. Die anfallenden Transaktionskosten schmälern Deine Rendite. Deswegen überdenke jede Transaktion genau.

Anlagefehler Nr. 7: Trends!

In dem einen Jahr sind es die Solarwerte. Im anderen Jahr sind es Windenergieunternehmen. Anschließend folgen die seltenen Erden. Viele Anleger setzen auf solche Trends. Kurz- bis mittelfristig können Trends sogar der Renditebooster im Depot sein. Langfristig erweisen sie sich jedoch zumeist als Rohrkrepierer. Beim Investieren sollten Anleger deswegen lieber auf langfristig erfolgversprechende Gewinnaussichten schauen, als sich von den Trends blenden zu lassen. Manchmal sind eben die langweiligen Aktien, doch die besseren.

Erklimme nicht den Mount-Stupid!

Hast Du schon mal etwas vom Dunning-Kruger-Effekt gehört? Demnach neigen uninformierte Menschen zu einer hohen Selbstüberschätzung. Sie schreiben sich meist mehr Kompetenz für ein Thema zu, als tatsächliches Wissen vorhanden ist. Um diesen Anlagefehler nicht zu unterliegen, muss man ihn im Hinterkopf behalten. Speziell beim Investieren an der Börse. Wenn Du also viel Gewinne eingefahren hast, könnte dies aufgrund zufälliger Umstände passiert sein. Nicht immer ist Deine Börsenkompetenz dafür verantwortlich.

Investiere nur das Geld, dass Du nicht benötigst

Die Coronakrise hat es gezeigt. Aktien könnten kurzfristig stark schwanken. Deswegen solltest Du nur das Geld investieren, dass Du nicht benötigst. Dies gilt besonders in einer Krisensituation. Hier könnte ein Verkauf der Positionen zu hohen Abschlägen beziehungsweise zu Verlusten führen. Deswegen musst Du in der Lage sein, kurz bis mittelfristig, auf das Geld zu verzichten. Als Faustregel solltest Du drei bis sechs Monatsgehälter auf dem Konto haben, um eine Rücklage für unvorhergesehene Ausgaben zu haben.

Kenne Deine Kosten

Viele Anleger setzen auf teure ETFs. Gerade bei der langfristigen Anlage ist es jedoch wichtig, die Kosten zu kennen und so gering wie möglich zu halten. Überprüfe deswegen vor der Investition die Kosten, um diesen Anlagefehler nicht zu begehen.