Lebenseinkommen verschiedener Bildsungsabschlüsse über die Zeit

Bestes Investment: was schlägt alle anderen Anlageklassen?

Einleitung

Soll ich mein Geld in Aktien investieren? Oder soll ich mir doch lieber eine Wohnung oder gar ein Haus kaufen? In welches Asset muss ich mein Geld investieren, für maximale Rendite? Mit dieser Fragestellung beschäftigen sich viele Menschen. Sich fragen sich, welches Investment garantiert das beste Investment ist.

Jedoch vergessen Sie meistens das wichtigste dabei: sich selbst. Denn die Investition in sich selbst bringt meistens die höchsten Renditen, wird aber meistens vernachlässigt.
Als Beispiel nehmen wir einen jungen Menschen, der vor einer ähnlichen Entscheidung, jedoch vielleicht in unterschiedlichem Ausmaß, steht. Sollte er ein Studium beginnen oder eine Ausbildung anfangen?

Der typische Student steht, selbstverständlich nach einer durchzechten Nacht, erst am späten Vormittag auf, holt sich beim Bäcker um die Ecke einen Kaffee zum Mitnehmen, setzt sich auf einen der freien Plätze hinten im Hörsaal und fährt dort seine Schlafphase, soweit möglich, fort. Nach ein paar Vorlesungsstunden geht es mit den Kommilitonen bei strahlendem Sonnenschein in den Park, wo sich über Gott und die Welt unterhalten wird, nur nicht über den Lernstoff.

Was ist das beste Investment?

Zugegebenermaßen ist die Darstellung etwas überspitzt, jedoch stellen sich so viele, zumindest im Kern, den Studentenalltag vor. Die Realität hingegen sieht anders aus. Fakt ist, dass wer studieren will, auch zunächst kräftig in Vorleistung gehen muss. Die Universität Konstanz führt alle drei Jahre, seit Anfang der 1980er-Jahre, eine Befragung unter Studenten bezüglich deren Arbeitsbeanspruchung durch.

Aktuell liegt das 13. Studierendensurvey (Wintersemester 2015/16) vor, bei dem sich über 5500 Studenten beteiligt haben. Demnach liegt die wöchentliche Arbeitsbelastung durch das Studium bei rund 30 Wochenstunden. Wer Medizin studiert hat die höchste Lernbelastung, mit durchschnittlich 39,5 Wochenstunden (Universität), wohingegen angehende Sozialwissenschafter auf einer Universität nur 25,6 Stunden für ihr Studium investieren müssen.

Neben der zeitlichen spielt auch die monetäre Komponente eine wichtige Rolle. So beträgt die monatliche Belastung durch die Lebenshaltungskosten eines Studierenden im Durchschnitt 867 €. Abweichungen von diesem Wert können u. a. begründet sein in der Wohnform, dem Alter, der Existenz von Kindern oder der Art der Erwerbstätigkeit. Wer beispielsweise während des Studiums noch bei den Eltern wohnt und zu den eher einkommensschwächeren Studierenden gehört, muss im Schnitt nur 474 € aufwenden. Der Gegenpol dazu bilden die mindestens 40-jährigen Studenten, welche im Mittel 1480 € ausgeben. Noch höhere Kosten haben dann nur noch Studenten mit Kind.

Bildung als bestes Investment

Doch zahlt sich die Investition wirklich aus? Lohnt sich die Mühe oder ist es vielleicht doch besser, erst gar kein Studium zu beginnen?

Vergleicht man das kumulierte Lebenseinkommen, also das über die Lebzeit einer Person aufsummierte Einkommen, von Personengruppen mit diversen Abschlüssen, wird folgender Sachverhalt ersichtlich: auf das Lebenseinkommen bezogen verdienen diejenigen, die gar keinen Abschluss haben, am wenigsten. Innerhalb dieser Gruppe liegt das durchschnittliche Lebenseinkommen bei etwas mehr als 700 000 €.

Interessant ist jedoch, dass diejenigen, die keinen Abschluss besitzen bis etwa Anfang dreißig im Schnitt mehr verdienen, als die, die sich den Mühen eines Studiums unterzogen haben. Die Kurve der Personen mit Studium, schneidet, im weiteren Verlauf schließlich die derer mit abgeschlossener Berufsausbildung. Erst ganz spät im Leben verdienen diejenigen mit Studium dann erst mehr als die mit Meister- oder Technikerabschluss. Betrachtet man das Lebenseinkommen von Personen mit Studium zu denen mit Berufsausbildung, sieht man, dass sie im Schnitt 30 % mehr verdienen. Im Schnitt beträgt das Lebenseinkommen der Akademiker ca. 1.4 Millionen Euro.

Bestes Investment ist Bildung, sie führt zu einem statistisch hohen Lebenseinkommen.

So gesehen zahlt es sich also aus in frühen Jahren in Bildung zu investieren, um dann im fortgeschrittenen Alter die Früchte zu ernten.

Aber es kommt nicht nur darauf an, dass man einen geeigneten Abschluss hat, sondern auch in welchem Fach dieser erworben wurde. Wer einen Hochschulabschluss als Mediziner oder Informatiker hat, hat statistisch gesehen, das höchste Brutto-Lebensentgelt. Im Schnitt beträgt es über 2.7 Mio. € respektive 2.5 Mio. €.

Ein weiteres Argument für die Investition seiner Ressourcen in der frühen Lebensphase ist die Arbeitslosigkeit. Wer keinen Abschluss hat, wird mit höherer Wahrscheinlichkeit im Lebensverlauf von Arbeitslosigkeit betroffen sein, als jemand mit einer höheren Ausbildung. Weiterhin gilt auch hier, dass sich eine Weiterbildung zum Meister/Techniker lohnt und das Risiko einer möglichen Arbeitslosigkeit minimiert.

Bestes Investment ist Bildung, sie führt zu statistisch niedriger Arbeitslosenquote.

Zusammenfassung: bestes Investment

Zusammenfassend möchte ich zum Ausdruck bringen, dass man sich manchmal hinterfragen muss, ob man sein Geld nicht lieber in sich stecken soll, anstatt in eine Anlageform beliebiger Art. Das muss nicht immer in dem hier ausgeführten Ausmaß sein, sondern gilt auch eine Nummer kleiner. Beispielsweise auch für die Abwägung ob man sein Geld anlegt oder in eine Fortbildung investiert, einen Online-Kurs belegen oder sich ein Buch über ein spannendes Thema zu Gemüte führt. An dieser Stelle möchte ich den Beitrag mit einem Zitat von Benjamin Franklin abrunden, welches den Nagel auf den Kopf trifft und das Thema auf einen Satz kondensiert:

Die beste Investition ist die in sich selbst – sie bringt die höchsten Zinsen.

Benjamin Franklin

Wer jetzt jedoch immer noch nicht überzeugt ist, kann sein Geld auch gerne in einen MSCI World stecken.