Lachs Aktie Norwegen

Lachs-Aktien Norwegen: welche norwegischen Lachs-Aktien gibt es?

Warum sollte man in Lachs bzw. in Lachs-Aktien aus Norwegen investieren? Lachs ist ein populäres Nahrungsmittel. Er gilt als gesund, da sein Fleisch reich an Protein und wichtigen Omega-3-Fettsäuren ist. Die Nachfrage übersteigt schon längst das Angebot. Um dem Hunger nach Lachs gerecht zu werden, wird der Fisch in großen Aquafarmen gezüchtet. Schon heute kommen so 69 % der weltweiten Lachsproduktion aus den Fischfarmen.
Doch nicht nur die Konsumenten sind längst auf den Geschmack gekommen, sondern auch die Anleger. In diesem Artikel wollen wir beleuchten, welche Firmen das Trendnahrungsmittel herstellen und welche Lachs-Aktien aus Norwegen es überhaupt gibt. Schließlich bietet sich für Anleger hier eine Chance, vom Hype um den Lachs aus Norwegen zu profitieren, indem Sie ihr Depot mit leckerem Fisch bestücken.

Lachs-Aktien Norwegen: Quick Facts

  • Als erstes zeigen wir Dir, wie die Lachs-Produktion funktioniert.
  • Anschließend zeigen wir Dir, sich die Nachfrage nach Lachs entwickelt hat und was die Nachfrage weiter treiben wird.
  • Weiterhin stellen wir Dir vier große Produzenten von Zuchtlachs aus Norwegen im Detail vor. Dies sind: Mowi, Salmar, Leroy Seafood und Grieg Seafood.
  • Solltest Du dich am Ende nicht für eine Lachs-Aktie aus Norwegen entscheiden können, ist vielleicht der Seafood Index etwas für dich.

Wie funktioniert die Lachs-Produktion?

In Norwegen springen etwa 420 Mio. Lachse durch das Meer. Jedoch nicht nur im offenen Wasser, sondern meistens in sogenannten Aquakulturen.

Die Norweger sind damit wahre Weltmeister in der Lachszucht, niemand produziert mehr Lachse als sie. Quasi gleicht die gesamte norwegische Küste einer großen Lachsfarm. Norwegen bietet, neben ein paar anderen Ländern, die idealen klimatischen Bedingungen zur Lachszucht. Lange Zeit konnte die Nachfrage nach Lachs durch den Wildlachs gedeckt werden. Da aber in den letzten Jahre die Nachfrage explodiert ist, so verspeist jeder Deutsche im Jahr etwa schon 3 kg, wird der Lachs in den Aquakulturen gezüchtet.

Bevor jedoch die Lachse in den Aquakulturen auf dem Meer aufwachsen, beginnt die Lachszucht an Land mit den Fischeiern. Die Fischeier reifen anschließen weiter zu Setzlingen heran. In den Aufzuchtstätten verbringt die angehenden Lachs die ersten Monate ihres Lebens. Von Beginn an wird hier auf die Gesundheit der angehenden Lachse geachtet.

Nach etwa zwölf Monaten ist der Lachs groß genug, um auf das Meer umzuziehen. Aus dem ehemaligen Setzling, ist ein Lachs geworden. Vor dem Umzug erhalten die Lachse meist noch eine Impfung, um vor Krankheiten geschützt zu sein. Bis die Lachse groß genug für die Schlachtung sind, wachsen sie weiter in der Aquafarm. Ist der Zeitpunkt der Schlachtung erreicht, werden die Lachse wieder zurück an Land transportiert und weiterverarbeitet.

Was treibt die Nachfrage nach Lachs in Zukunft?

Lachs erfreut sich wachsender Beliebtheit – nicht nur in Deutschland, sondern rund um den Globus. Doch was treibt die Nachfrage nach Fisch bzw. nach Meerestieren und was macht die Branche zum Wachstumsmarkt?

Insgesamt sind es sechs Makrotrends, die die Nachfrage befeuert haben und in Zukunft befeuern werden.

Bevölkerungswachstum, gesunde Ernährung und demographischer Wandel

Zum einen ist es das Bevölkerungswachstum. Bis zum Jahr 2050 werden annähernd 10 Milliarden Menschen auf der Welt leben. Diese müsse ernährt werden. Dementsprechend wird die Nachfrage nach Fisch steigen. Außerdem gilt Fisch, im Vergleich zu Fleisch, als deutlich gesünder. Das Fischfleisch ist reich an Protein, Vitaminen und zugleich schützt der hohe Anteil an Omega-3-Fettsäuren vor möglichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese Eigenschaften machen ihn zu einem gefragten Nahrungsmittel. Der Trend nach gesunder Ernährung sich auch in Zukunft fortsetzen. Verstärkt wird dieser Trend auch durch den demographischen Wandel.

Ressourcenausbeutung

Weiterhin nahm der Pro-Kopf-Fischkonsum in der Vergangenheit weltweit immer weiter zu. Wurden in den 1960er-Jahren nur knapp 10 kg Fisch Pro-Kopf gegessen, stieg der Heißhunger nach Fisch bis auf 21 kg im Jahr 2020. Es versteht sich von selbst, dass die hohe Nachfrage nicht ausschließlich durch Wildfang gedeckt werden kann. Um der drohenden Überfischung entgegenzuwirken, werden Aquakulturen benötigt. Davon werden die norwegischen Lachs-Aktien bzw. die Betreiber der Aquafarmen zwangsläufig profitieren.

Klimawandel

Der Klimawandel ist die größte Herausforderung, vor der die Menschheit jemals stand. Dabei werden Bodenerosionen zur Bedrohung für die klassische Nahrungsmittelproduktion. Um die wachsende Bevölkerung in Zukunft zu ernähren, müssen neue Wege bestritten werden. Der zunehmende Verzehr von Fisch aus Aquakulturen, leistet einen Beitrag zur Treibhausgasenarmen und gesunden Ernährung.

Wachsende Mittelschicht

Der letzte Trend, der die Nachfrage nach Fisch weiter treiben wird, ist die wachsende Mittelschicht. Insbesondere in Schwellenländern wächst diese. Dadurch können mehr Menschen Lebensmittel wie Fisch oder Fleisch konsumieren. Bestärkend kommt hier noch die zunehmende Nachfrage nach proteinreicher Ernährung hinzu.

Die norwegischen Lachs-Aktien bieten wahrscheinlich eine langfristig Wachstumsperspektive für Investoren. Weiterhin sind die aufgezeigten Trends Grund genug sich die Branche näher anzuschauen. Doch welche Branchengrößen gibt es?

Lachs-Aktien Norwegen: Mowi ASA

Quelle: Mowi

Nach Umsatz und Fangvolumen ist Mowi ASA (WKN: 924848 / ISIN: NO0003054108) der größte Anbieter von Lachs aus Aquakulturen weltweit. Die Firma haben wir Dir hier schon im Detail schon vorgestellt und analysiert. Mowis Produkte werden in ca. 70 Ländern weltweit angeboten. Insgesamt beschäftigt der Konzern knapp 15 000 Leute rund um den Globus und erzielte damit im Jahr 2019 einen Umsatz von knapp 4,1 Mrd. Euro.

Die Wurzeln von Mowi reichen bis in das Jahr 1964 zurück. Im Laufe der Zeit konnte Mowi seine Aquakulturen technischen immer weiter aufrüsten und verbessern. Im letzten Jahr mündete die technische Aufrüstung sogar in einer Kooperation mit Alphabets (ehem. Google) Innovationsabteilung X. Die Fischzucht wird bei Mowi zur wahren High-Tech-Disziplin. Mit Machine-Learning versucht Mowi, die Fischgesundheit zu überwachen.

Besonders an Mowi ist auch, dass die Firma zum einen die komplette Wertschöpfungskette abbildet, wie sie oben beschrieben ist. Zum anderen stellt Mowi aber auch das eigene Fischfutter her und verarbeitet den gezüchteten Fisch zu weiteren Produkten, wie zum Beispiel Räucherlachs.

SalMar ASA

Hinter Mowi ist SalMar ASA (WKN: A0MR2G / ISIN: NO0010310956) vom Produktionsvolumen her der zweitgrößte Hersteller von Lachs aus Aquakulturen in Norwegen. Der Mowi-Verfolger beschäftigte im Jahr 2019 etwa 1100 Angestellte welche einen Umsatz von ca. 1,1 Mrd. Euro erwirtschafteten. Interessant an SalMar ist, dass sie als der profitabelste Züchter unter den norwegischen Firmen gelten. Weiterhin gibt es mit Gustav Magnar Witzøe einen großen Ankeraktionär bei SalMar. Dessen Investmentgesellschaft Kverva AS hält über 50 % der SalMar-Aktien und Witzøe gehören ca. 90 % an Kverva.

Auch technisch steht SalMar Mowi in nichts nach. Als erster der Branche betreibt SalMar eine Offshore Fischfarm. Diese Farm, genannt Ocean Farm 1, ist eine gigantische Fischzuchtanlage, die auf offener See betrieben wird. Eigentlich befinden sich die Aquakulturen in den norwegischen Fjorden, sehr nahe zum Festland. Das neue Konzept sieht jedoch vor, die Fisch weiter draußen auf dem Meer zu züchten. Damit will SalMar vor allem Umweltproblemen bekämpfen und Flächenbeschränkungen umgehen. Erste Tests der neuen Anlage waren positiv. Jetzt wird die Zukunft zeigen, ob sich das Konzept durchsetzt.

Lachs-Aktien Norwegen: Lerøy-Seafood

Lerøy-Seafood (WKN: 570796 / ISIN: NO0003096208) gehört zu den Pionieren im Seafood-Geschäft. So gehen die eigentlichen Wurzeln der Firma zurück bis ins Jahr 1899, als der Fisch Ole Mikkel Lerøon mit dem Fischverkauf in Bergen begann. Bis heute hat sich das Unternehmen zu einem 3800-Mitarbeiter starken Firma entwickelt, welche global tätig ist. Wie auch die anderen Firmen, bietet Lerøy sowohl Fisch aus Aquafarmen an, als auch wild gefangene Meeresbewohner. Das Produktportfolio ist groß und umfasst nicht nur Lachs, sondern auch Forelle, Dorsch oder Schellfisch.

Dass Lerøy jeden Tag 5 Millionen Fisch-Mahlzeiten in über 70 Märkten ausliefert, spürt man. Operativ konnten die Firma mit Sitz in Bergen nämlich in den letzten Jahren richtig durchstarten und erwirtschafteten 2019 einen Umsatz von ca. 1,9 Mrd. Euro.

Grieg Seafood

Vom Produktionsvolumen her gesehen ist Grieg Seafood ASA (WKN: A0MUHR / ISIN: NO0010365521) der kleinste der hier vorgestellten Hersteller von Zuchtlachs aus Aquakulturen in Norwegen. Die Firma hat ihren Sitz in Bergen, wie auch Mowi und Lerøy. Grieg betreibt seine Aquakulturen neben Norwegen in Kanada und im Vereinigten Königreich. Geographisch ist Grieg also gut diversifiziert. Bei der Produktion ist das wichtig, sollte ein Standort von einer Krankheit betroffen sein, kann das für eine Region fatale Auswirkungen haben.

Weiterhin ist Grieg auf die Produktion von atlantischem Lachs spezialisiert. In Zukunft plant die Firma jedoch, sich vom reinen Produzenten in Richtung Fischverarbeitung zu entwickeln und dementsprechend die Wertschöpfungstiefe zu erhöhen.

Ähnlich wie auch bei SalMar gibt es auch bei Grieg einen großen Ankeraktionär der 861 Mitarbeiter starken Firma. Über 65 % der Aktien gehören der GRIEG AQUA AS, an der wiederum hauptsächlich die Grieg-Familie beteiligt ist. Dass Grieg nicht zu den ganzen großen Playern der Branche gehört, sieht man am Umsatz. 2019 konnten ca. 760 Mio. Euro umgesetzt werden.

Lachs-Aktien Norwegen: Ausblick

Lachs-Aktien aus Norwegen beziehungsweise Firmen, die an die Börse gelistet sind und deren Geschäftsmodell die Lachszucht ist, sind zweifelsohne ein Zukunftsthema. Die hier vorgestellten Trends dürften das Wachstum in der Zukunft weiter Treiben und für ordentlich Umsatz sorgen. Jedoch sind die Titel nicht nur für zukunftsorientierte Anleger interessant, sonder auch für Dividendeninvestoren, wie folgende Tabelle zeigt.

UnternehmenMitarbeiterUmsatzerlöse
[Mio. Nok]
Dividende
[NOK]
KGV
[Jahresendkurs 2019]
Mowi ASA15 00040 13910,425,04
Grieg Seafood 8618 274425,01
Lerøy Seafood 380020 4272,318,69
SalMar170312 2382120,37
Lachs-Aktien aus Norwegen in der Übersicht

Aufgrund der Corona-Krise haben die norwegischen Lachs-Aktien in letzter Zeit stark gelitten. Für langfristige Anleger könnte das jedoch genau der richtige Einstiegszeitpunkt sein. In Zukunft könnte der Appetit der Konsumenten nach Lachs wieder steigen. Letztendlich werden dann die Aktionäre davon profitieren.

Die Branche ist jedoch abseits der Zukunftsthematik interessant. Für die Lachszucht benötigen die Firmen Lizenzen. Nur wer diese besitzt, darf den Lachs herstellen. Diese Lizenzen dienen als Burggraben und schützen vor unerwünschter Konkurrenz.

Anleger sollten sich aber auch über das Risiko bewusst sein. Schließlich kam es in der Vergangenheit immer mal wieder vor, dass eine Kultur von Viren oder der Lachslaus befallen wurde. Das ist immer teuer für die Betriebe. Die Risiken haben wir im Artikel über Mowi bereits vorgestellt.

Wer sich nicht für ein Unternehmen entscheiden kann, dem sei der Nordic-Fish-Farmer-Index ans Herz gelegt. Der Index bündelt Branchengrößen, nicht nur aus Norwegen, sondern auch z. B. von den Färöer-Inseln. Weiterhin sind im Index auch noch mehrere kleinere Firmen enthalten.