Mowi Aktie in der Analyse: Dividendenperle aus Norwegen?

Jeder der beim Einkaufen am Kühlregal entlang streift, läuft mit großer Wahrscheinlichkeit an ihm vorbei: dem Räucherlachs aus Norwegen. In Deutschland wird er zumeist von der Laschinger Seafood GmbH vertrieben. Seit 2013 gehört Laschinger zu Mowi ASA. Mowi ist ein norwegisches Nahrungsmittelunternehmen und ist der weltgrößte Lachsproduzent. Doch ist die Mowi Aktie auch ein Rendite-Fang fürs Depot oder ist die Rendite bald unter Wasser?
In einer ausführlichen Analyse der Mowi Aktie will ich dem auf den Grund gehen.

Mowi Aktie: Quick facts

  • 8,4 Milliarden Euro Börsenwert
  • Gewinn je Aktie 2019/20/21e: 1,21/0,65/1,09 Euro
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis 2020/21: 25,4/15,1
  • Dividendenrendite 2020/21e*: 3,6/5,3 Prozent

Mowi ASA: Aktie und Unternehmen

Mowi firmierte bis zum 31. Dezember 2018 unter dem Namen Marine Harvest ASA, benannte sich aber zum 1. Januar 2019 in Mowi ASA um. ASA steht übrigens für Allmennaksjeselskap – dem norwegischen Wort für Aktiengesellschaft.

Die Wurzeln der Firma Marine Harvest gehen auf das Jahr 1965 zurück. Die Firma Unilever entwickelte damals in Schottland Zuchtmethoden und gründete eine Firma mit dem Namen Marine Harvest.

Im Jahr 2006 schlossen sich die drei Firmen Marine Harvest, Pan Fish ASA und Fjord Seafood zu Marine Harvest zusammen. Der norwegische Zuchtlachsproduzent Mowi, der dann 2018 aus Marine Harvest hervorgegangen ist, beschäftigt global ca. 15 000 Mitarbeiter. Produziert wird hauptsächlich in Norwegen, Chile, Kanada, Irland, den Färöer Inseln und Schottland. Der Firmensitz ist in Bergen. Gelistet ist Mowi im OBX-Index einem wichtigen Aktienindex der Osloer-Börse. In Deutschland könnt ihr Mowi unter der ISIN NO0003054108 finden.

Geleitet wird Mowi seit November 2019 von Ivan Vindheim, nachdem sein Vorgänger Alf-Helge Aarskog knapp 10 Jahre an der Spitze des Unternehmens stand.

Vindheim war seit 2012 in der Rolle des Finanzvorstands (CFO) bei Mowi. Der neue Geschäftsführer (CEO) Vindheim ist eine sehr erfahrene Führungspersönlichkeit. Beispielsweise war er bereits zuvor fünf Jahre in der Position des Finanzvorstands bei Lerøy Seafood, einem großen Mitbewerber von Mowi. Sein akademischer Hintergrund ist ein Master in Business Administration von der Norwegischen Handelshochschule. Darüber hinaus hat er eine Qualifizierung zum Wirtschaftsprüfer und zum Certified European Financial Analyst (CEFA).

Geschäftsmodell Mowi ASA

Das interessante bei Mowi ist, dass sie die komplette Wertschöpfungskette abdecken. Was heißt das genau? Und wie funktioniert eigentlich die Lachsproduktion?

Die Lachszucht beginnt mit der Bruterzeugung unter kontrollierten Bedingungen. Die Brut wird anschließend zu Setzlingen (Jungfisch) herangezogen. Dies geschieht in Becken unter ständiger Nahrungsaufnahme (Anfüttern). Im weiteren Verlauf der Aufzucht werden die Jungfische in die Aquakulturen auf das Meer transportiert. In den Aquakulturen leben die Lachse knapp 1.5 Jahre, bis sie ihr Zielgewicht von 5 kg erreicht haben. Sind die Fische groß genug, werden sie aus den Kulturen genommen und weiterverarbeitet. Von der Brut bis zum fertigen Speisefisch vergehen so im Schnitt 2.5 Jahre.

Die Lachse in den Aquakulturen werden mit Futter-Pellets ernährt. Diese stellt Mowi selbst in zwei Fabriken her. Der erste Fischfutter-Betrieb produziert seit 2014 in Norwegen, der zweite operiert seit 2018 in Schottland.

Zur Wertschöpfungskette von Mowi zählen aber vor allem auch die eigenen Lachs-Zuchtstationen, die über die ganze Welt verteilt sind und die zahlreichen Verarbeitungsbetriebe.

Wertschöpfungskette Value Chain Mowi ASA
Wertschöpfungskette Mowi ASA

Der in den Kulturen gewonnene Lachs wird nämlich in den Betrieben nicht nur zu klassischem Räucherlachs aus Norwegen weiterverarbeitet. Die Produktpalette von Mowi ist viel größer. Sie umfasst den Räucherlachs aus Norwegen, geht weiter zu Lachsfilets aus Irland hin bis exotischeren Produkten wie Kabeljau-Bällchen, Alaska-Seelachs-Nuggets oder Crêperöllchen mit geräuchertem Lachs.

Konkurrenz und Marktposition der Mowi Aktie

Norwegen nimmt beim Index für menschliche Entwicklung seit mehreren Jahren den ersten Platz ein, das Land zählt zu den höchstentwickelten Ländern der Welt. Doch zählen auch die norwegischen Aktien zu den Spitzenreitern? Und wie schneidet insbesondere das Wertpapier des norwegischen Nahrungsmittelunternehmens Mowi ASA in Bezug auf seine Branche ab? Immerhin tummeln sich im Becken der Aquafarmen viele Fische, die Mowi Konkurrenz machen und den Rand als weltgrößten Lachsproduzent ablaufen wollen.

Zunächst muss man sich bewusst sein, dass aus Norwegen einige spannende Titel kommen. Hierzu zählen unter anderem die Wasserstoff-Highflyer der Nel ASA und der Hexagon Composites ASA. Auch bekannt aus dem Supermarkt sollte Tomra Systems ASA, ein Unternehmen, welches die Leergutrücknahmeautomaten herstellt.

Ebenfalls im OBX-Index und damit direkt vor der Haustür von Mowi, finden sich auch die direkten Mitbewerber zur Mowi Aktie. Dies sind Bakkafrost, Grieg Seafood, Lerøy Seafood Group und SalMar.

Bakkafrost – Hochqualität von den Färöer-Inseln

Im Vergleich zu Mowi konzentriert sich Bakkafrost vor allem auf die Herstellung von Hochqualitäts-Bio-Lachs produziert auf den Färöer-Inseln. Dies ist ein strategischer Unterschied zu Mowi, die eher breiter aufgestellt sind, und auch weiterverarbeite Fischprodukte verkaufen. Ähnlich zu Mowi produziert Bakkafrost, neben den Färöer-Inseln, auch in Schottland. Weitere Standorte befinden sich in England und den USA. Interessant ist, dass der norwegische Staats- und Pensionsfonds Anfang April 2020 einen großen Umfang an Bakkafrost-Aktien kaufte, sodass dieser jetzt mit 10,4 Prozent an dem Unternehmen beteiligt ist. Auch bei Mowi ist der Staatsfonds übrigens umfangreich beteiligt, aktuell sind es knapp unter Prozent. Wer sich jetzt für den Staatsfonds von Norwegen interessiert, dem sei dieser Link empfohlen. Hier zeigen wir, wie jeder anlegen kann, wie der Norwegische Staatsfonds.

Grieg Seafood – klein aber fein

Grieg Seafood ist mit 861 Mitarbeitern auch wesentlich kleiner als Mowi. Produziert wird der Lachs möglichst nachhaltig in Norwegen, den Shetlandinseln (Schottland) und in Britisch-Kolumbien (Kanada). Griegs Strategie für die kommenden Jahre ist es, die Wertschöpfung zu erhöhen. Damit will man sich von reinen Rohfischlieferant hin zum innovativen Partner für seine Kunden entwickeln.

Lerøy Seafood – der Verfolger

Die Wurzeln von Lerøy Seafood reichen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück, als der Händler und Landwirt Mikkel Lerøen begann Fisch auf dem Markt in Bergen verkaufen. Aufgrund steigender Popularität wurde im Jahr 1939 ein Unternehmen für den Export von Meeresfrüchten gegründet – die Firma Hallvard Lerøy AS. Mittlerweile ist Lerøy zu einem 4500 Mitarbeiter starken Unternehmen herangewachsen, dass vor allem in Norwegen und Schottland operiert. Im Vergleich zu Mowi konzentriert sich Lerøy auf die Fischzucht, den Wildfang von Fischen und den Vertrieb und die Distribution des Fanggutes.

SalMar – der Dritte

SalMar und seine 1703 Mitarbeiter vertreiben Zuchtlachs in ganz Asien, den Vereinigten Staaten, Kanada, der Russischen Föderation und Norwegen. Die fünf Branchengrößen sind in folgender Tabelle gegenübergestellt. Nach Umsatz ist SalMar das drittgrößte Unternehmen, nach Mowi und Lerøy.

UnternehmenMitarbeiterUmsatzerlöse
[Mio. Nok]
Dividende
[NOK]
KGV
[Jahresendkurs 2019]
Mowi ASA15 00040 13910,425,04
Bakkafrost 1 5535 82211,2334,47
Grieg Seafood 8618 274425,01
Lerøy Seafood 450020 4272,318,69
SalMar170312 2382120,37
Die Mitbewerber der Mowi Aktie in der Übersicht

Branche

Bei den Nahrungsmittelunternehmen gilt das Motto “Gegessen wird immer”, auch in Krisenzeiten. Dies bestätigt sich, wenn man den historischen Lachspreis anschaut. Zwar konsolidierte er zuletzt aufgrund von Corona, verbleibt aber historisch gesehen auf einem hohen Niveau. Gut möglich, dass er, nachdem die Krise überwunden ist, an die alten Höchststände anknüpft oder diese sogar noch übertrifft.

Historischer Lachspreis
Historischer Lachspreis, Jahr 1995-2020

Jedoch profitieren die Lachszüchter nicht nur von hohen Preisen, sondern auch von einem steigenden Hunger der Weltbevölkerung nach Zuchtlachs. Denn auch die Schwellenländer haben erkannt, dass der Fisch reich an gesunden Omega-3-Fettsäuren ist und sie wollen diesen vermehrt auf ihren Tellern finden.

Die These wird unterstützt durch folgende Grafik. Sie zeigt den Pro-Kopf-Eiweißverbrauch pro Jahr in den 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union relativ um Jahr 2000. Tierische Erzeugnisse hielten sich mittelfristig konstant, während der Eiweißverbrauch gedeckt durch Fisch stark zunahm.

Pro-Kopf-Eiweißverbrauch pro Jahr in der EU
Pro-Kopf-Eiweißverbrauch pro Jahr in der EU

Weiterhin ist es für den Branchenausblick wichtig, zu wissen, dass die Fischproduktion extrem ressourcenschonend ist, im Vergleich zu anderen Zuchtmethoden. So werden 8 kg Futter benötigt, um 1 kg Rinderfleisch zu produzieren, respektive um das Körpergewicht des Rinds um 1 kg zu steigern. Bei der Fischzucht liegt dieses Verhältnis bei knapp 1:1. Die unterschiedlichen Verhältnisse sind in der Grafik noch mal dargestellt.

Ressourcenverbrauch unterschiedlicher Zuchtmethoden.
Ressourcenverbrauch unterschiedlicher Zuchtmethoden

SWOT Analyse der Mowi Aktie

SWOT kommt aus dem Englischen und ist ein Akronym für Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen) und Threats (Risiken). Die Analyse dient zum besseren Verständnis des Unternehmens.

Stärken

Beginnen möchte ich mit den Stärken der Mowi Aktie bzw. des Unternehmens. Zu ihnen gehört der Vorteil der Marke “Fisch aus Norwegen”. Um diese Stärke zu unterstreichen, sollte sich jeder selbst fragen, ob er, wenn er vor dem Supermarktregal steht, lieber norwegischen oder chilenischen Fisch kaufen würde?

Darüber hinaus ist eine weitere Stärke der anhaltende Trend zur gesunden Ernährung. Fisch mit Reis und marktfrischem Gemüse, anstatt Burger vom Imbiss um die Ecke, ist was die Konsumenten wollen. Dieser Trend sollte sich zukünftig sogar noch verstärken.

Außerdem wurde bereits dargestellt, dass Mowi die komplette Wertschöpfungskette beherrscht. Dies ist definitiv ein Vorteil gegenüber den Konkurrenten. Wer die Wertschöpfungskette kontrolliert, kann höchstwahrscheinlich in Zukunft mehr Geld verdienen als die Mitbewerber.

Der letzte Punkt ist die gute geografische Diversifikation von Mowi. Damit ist gemeint, dass Mowi in verschiedenen Ländern tätig ist. Sollte es an einem Standort Probleme geben, kann Mowi diese durch einen anderen auffangen.

Zusammenfassen lassen sich die Punkte wie folgt:

  • “Fisch aus Norwegen” ist eine globale Marke
  • Globaler Trend zur gesunden Ernährung
  • Beherrschung der gesamten Wertschöpfungskette
  • Geografische Diversifikation: Produktion und Vertrieb in verschiedenen Ländern.

Schwächen

Weiter geht es mit den Schwächen. Die größte Schwäche der Mowi Aktie bzw. der Firma dürfte die starke Konkurrenzsituation in der Nahrungsmittelbranche sein. Ständige Preiskampf aufgrund der preissensitiven Kundschaft führt zu geringeren Gewinnmargen. Mowi kann sich dem teilweise entziehen, indem die Wertschöpfung vertikal integriert wird.

Weiterhin ist es eine Schwäche der Mowi ASA der unter Druck geratene Lachspreis. Aufgrund der Corona-Krise hat dieser nach unten nachgegeben. In der Krise greifen die Konsumenten lieber zu anderen Lebensmitteln und lassen den Lachs außen vor. Dies führt zu sinkenden Preisen. Wie schnell sie sich erholen, ist fraglich und hängt u. a. von Corona ab.

Auch hier lassen sich die Punkte wieder Stichpunktartig zusammenfassen:

  • Starke Konkurrenzsituation durch die anderen Produzenten
  • Lachspreis unter Druck.

Chancen

Gegenüber den Schwächen der Mowi Aktie, respektive der Lachszucht, steht eine Chance. So ist das Unternehmen zuletzt durch seine Innovativität hervorgestochen. Liest man den Geschäftsbericht aufmerksam, finden sich dazu zahlreiche Beispiele.

Bei Mowi wird nicht nur an der papierlosen Lachszucht gearbeitet, sondern auch an der komplett ferngesteuerten Aquakultur: In einem großen Raum mit vielen Monitoren sieht man zwei Bediener sitzen, die vom Land aus die Aufzucht der Lachs auf dem Meer steuern. In diesem “Remote Operations Center”, ähnlich dem Kontrollraum für Weltraummissionen, wird die Aufzucht gesteuert. Dort kann mithilfe von Unterwasserdrohnen das Netz der Aquakultur überprüft werden, damit keine Fische entkommen können. Außerdem werden intelligente Belichtungsanlagen entworfen und getestet, die das Wachstum der Fische fördern.

Jedoch setzt man nicht nur zu Wasser auf Automatisierung, sondern auch an Land. Wenn die Fische gefangen und an Land transportiert sind, müssen sie weiterverarbeitet werden. Hier gibt es zahlreiche Automatisierungsansätze, wie die maschinengesteuerte Qualitätskontrolle oder die automatische Verpackung.

Abgerundet wird das Bild des Technologieführers durch eine Kollaboration mit Alphabets (früher Google) Forschungsabteilung X. Mit der Hilfe von Machine Learning ist man in der Lage Echtzeitdaten über den Lachsbestand zu erfahren. Am Ende beschleunigt und verbessert diese Technologie das Wachstum und die Aufzucht.

Auf den Punkt bringen lässt sich die Darstellung durch folgendes Stichwort:

  • Technologischer Vorteil bei der Digitalisierung der Industrie.

Risiken

Aber die beschriebene Technologie wird auch dringend benötigt. Denn auf der einen Seite kämpft man mit ihr gegen die Lachslaus, auf der anderen Seite muss Mowi mit ihr dafür sorgen, dass keine Lachse aus der Farm entkommen.

Doch was ist die Lachslaus? Es handelt sich um einen Parasiten, der die Gesundheit der Tiere befällt und beeinträchtigt. Wird der betroffene Fisch nicht behandelt, führt der Befall zum Tod. Jahr für Jahr verursacht die Laus hohe Kosten, da vorbeugende Maßnahmen getroffen werden müssen. Gerade Aquakulturen sind besonders vom Lachslausbefall gefährdet, da die Fische auf engem Raum zusammen leben. Der Parasit kann sich dort viel schneller verbreiten, als auf offener See. Durch die hohe Verbreitungsgeschwindigkeit können komplette Lachsbestände in kürzester Zeit infiziert werden. Folglich ist ein großes Risiko für die Mowi Aktie, dass die Fischbestände durch die Lachslaus geschädigt werden. Aber auch hier versucht Mowi eine technische Lösung zu finden.

Neben der Lachslaus ist eine Gefahr für Mowi, dass die Fischbestände aus den Aquafarmen entkommen. Sollte dieser Fall eintreten, drohen empfindliche Strafen. Diese Strafen können bis zum Verlust der Zulassung reichen. Im Juli 2018 ist genau ein solcher Fall eingetroffen, als ein Sturm eine Mowi-Anlage beschädigte und mindestens 680 000 Lachse in freie Wildbahn entkommen konnten. Aus diesem Grund wurde im darauffolgenden Jahr eine Strafe von 6 Mio. Euro gegen Mowi angekündigt.

Die folgende beiden Punkte fassen den Text wieder zusammen:

  • Befall der Population mit Lachsläusen
  • Verlust der Zulassung.

Fazit zur Mowi Aktie

Die Mowi Aktie gehört zu den Aktien die eigentlich immer zu teuer sind. Ohne große Korrekturen stieg der Preis in den letzten Jahren immer weiter an. Die Aktie ist jedoch jetzt im Zuge der Corona-Krise stark unter die Räder gekommen. Mitschuld ist, neben der allgemeinen Krise, nicht nur die gesunkenen Lachspreise, sondern auch die zuletzt gesunken Produktion. Diese lag mit 83 000 Tonnen leicht unter dem eigenen Ziel von 84 000 Tonnen.

Mowi hat dazu am 13.5.2020 die Zahlen für das erste Quartal präsentiert. Die Aufzeichnung des Webcasts gibt es hier. Es ist ersichtlich, dass auch der weltweit größte Lachsproduzent und der Krise leidet. So betrug der Umsatz zwischen Januar und März nur noch 885 Mio. Euro. Im ersten Quartal 2019 hatte man noch 979 Mio. Euro umgesetzt. Weiterhin sank das EBIT von 196 Mio. Euro auf 107 Mio. Euro. Folglich ein Rückgang um -44 Prozent.

Für langfristige Anleger und Schnäppchenjäger bietet sich aber genau deswegen jetzt eine Einstiegschance, denn die bereits beschriebenen Trends sollten weiterhin intakt bleiben und dienen der Mowi Aktie regelrecht als Burggraben. Die Aktie dürfte in naher Zukunft wieder an den geradlinigen Aufwärtstrend anknüpfen. Die Nachfrage nach Fisch wird wahrscheinlich auch in Zukunft weiter wachsen. In der Menschheit hat ein Umdenken stattgefunden, gesunde Ernährung ist im Trend. Deswegen wird in Zukunft mehr Fisch statt Fleisch konsumiert werden. Im Speziellen wird Lachs nachgesagt, dass er besonders viele Omega-3-Fettsäuren enthält und gesund ist. Wenn die aktuelle Krise durchgestanden ist, sollte der Appetit nach Lachs zunehmen und die Aktie wieder an alte Hochs anknüpfen.

Mowi Aktie für Dividendenjäger interessant

Darüber hinaus ist die Aktie auch für Dividendenjäger interessant, wie folgende Grafik zeigt. Denn die Mowi Aktie ist nämlich regelrecht eine norwegische Dividenden-Perle.

Historische Dividende der Mowi Aktie

So betrug die Dividende im Jahr 2019 pro Aktie 10.4 norwegische Kronen. Insofern kommen Dividenden-Fans, aufgrund der hohen Ausschüttung, voll auf ihre kosten und lassen es sich schmecken.

Das Wichtigste für viele Anleger ist jedoch, dass noch nicht klar ist, ob Mowi eine Dividende für das erste Quartal 2020 ausschütten wird. Das Board wird darüber im zweiten Quartal entscheiden. Wörtlich heißt es dazu im Bericht von Mowi “In light of heightened uncertainty due to the Covid-19 pandemic, the Board of Mowi has decided to postpone the decision on first quarter dividend until the second quarter“.

Das trifft Dividendenjäger natürlich hart. Jedoch ist die Situation vielleicht ähnlich wie bei Shell und vielen anderen Firmen in der aktuellen Situation. Es ist wahrscheinlich für die Firma besser, wenn die Dividende gekürzt oder gar gestrichen wird. Ich gehe von diesem Szenario aus und erwarte, wenn überhaupt, erst wieder für das zweite Quartal eine Dividende. Die Mowi Aktie hatte das teilweise schon eingepreist, wie oben beschrieben. Genau deswegen bietet sich für langfristige Anleger eine Chance. Die Zahlen für das zweite Quartal werden übrigens am 19.08.2020 veröffentlicht, bis dahin dürfen wir also gespannt sein.

Wer nicht auf die Mowi Aktie setzen will, aber dennoch vom Megatrend profitieren will, der sollte sich den Nordic-Fish-Farmer-Index anschauen. Neben der Branchengröße Mowi sind darin noch Austevoll Seafood (Norwegen), Bakkafrost (Färöer-Inseln), Grieg Seafood (Norwegen), Leroy Seafood (Norwegen), Norway Royal Salmon (Norwegen) und Salmar (Norwegen) enthalten.