Aktienstrategien

Welche Aktienstrategien gibt es? 10 Anlagestrategien vorgestellt

Wir zeigen Dir 10 der besten Aktienstrategien. Schließlich willst auch Du dein Geld erfolgreich an der Börse vermehren, oder nicht? Und hierbei gibt es keinen größeren Fehler, als ohne Plan unterwegs zu sein. In diesem Beitrag fassen wir deswegen für Dich die

  • Fundamental-Strategien
    • Value Strategien
    • Dividendenstrategie
    • Top-5-Dividenden-Strategie
    • Dividendenwachstumstrategie
    • O’Higgins-Dividenden-Strategie
    • Growth-Strategien
  • Charttechnik-Strategien
    • Momentumstrategie
    • 200-Tages-Durchschnitt-Strategie
  • Besondere Strategien
    • Sell-in-Summer-Strategie
  • Indexing

zusammen.

Doch lass uns jedoch zunächst noch mal gedanklich einen Schritt zurück gehen.

Mit Sicherheit hast Du dich schon gefragt, welche Aktienstrategien es gibt und welche Du für Dein Depot anwenden sollst. Schließlich willst Du dein Geld an der Börse anlegen und dein Depot wachsen sehen.

Jedoch stellst Du dir mit Sicherheit die Frage, warum eine Aktienstrategie gerade Dich zum Erfolg führen sollte, oder nicht?

Die Antwort ist ganz einfach.

Die Logik dahinter ist, dass sich die Taktiken immer von bereits erfolgreichen Investoren ableitet. Durch die Anwendung ihrer Strategien wurden sie erfolgreich an der Börse.

Wir schneiden uns davon einfach eine Scheibe ab. Am Ende werden wir so auch zum guten Anleger, anstatt planlos unterwegs zu sein.

Die großen Vorteile von Aktienstrategien

Klingt zunächst logisch, oder?

Doch welche Vorteile bringt die Umsetzung einer Aktienstrategie noch?

  1. Die Strategie blendet Deine Emotion aus!

Der erste Vorteil betrifft deine Emotionen. Sie werden durch die Umsetzung einer Strategie ausgeklammert. Schließlich ist die Emotion einer unser größter Feind beim erfolgreichen investieren. Als Grundsatz kannst Du dir merken: Wer emotionsgetrieben agiert, verliert über kurz oder lang (sein) Geld. Das gilt vor allem an der Börse.

Durch die Umsetzung der Aktienstrategie werden deine Emotionen ausgeklammert. Typische Emotionen wie Gier, Angst und Euphorie werden durch emotionslose Zahlen ersetzt. So simpel ist es zunächst.

Der zweite wichtige Vorteil der Aktienstrategie ist die Vergleichbarkeit.

  1. Eine Aktienstrategie ermöglicht Vergleichbarkeit.

Wenn Du eine Anlagestrategie umsetzt, kannst Du deine Strategie mit einer anderen vergleichen. Rückwirkend kannst Du überprüfen, welche Rendite Du mir der Strategie erzielt hast. Auch hier handeln wir wieder ohne Emotionen, sondern aufgrund von Zahlen, Daten und Fakten.

Anlagestrategien bieten uns also Vorteile und kein Anleger sollte absichtlich darauf verzichten.

Außerdem waren die folgenden 10 Aktienstrategien in der Vergangenheit äußerst erfolgreich. Weiterhin sind sie für den Privatanleger nachvollziehbar. So kann jeder direkt nachvollziehen, was eine gute Aktie ausmacht.

10 bekannte Aktienstrategien

1. Value Investing: kennst Du Warren Buffett?

Sollte Dir der Name Warren Buffett nichts sagen, solltest Du dich dringend über ihn informieren.

Benjamin Graham und David Dodd gelten als Begründer des Value Investings. Durch das Orakel von Omaha, wie Warren Buffett auch genannt wird, wurde die Strategie jedoch erst so richtig populär.

Buffett ist mit der Value-Strategie sogar so erfolgreich, dass er lange Zeit zu den reichsten Menschen der Welt gehörte.

Doch wie funktioniert das Value-Investing bzw. die Buffett-Methode genau?

Beim Value-Investing suchst Du nach unterbewerteten Wertpapieren. Vereinfacht gesagt ermittelst Du anhand der einer Aktienanalyse den inneren Wert einer Aktie. Sollte der ermittelte innere Wert niedriger sein der Preis, zu dem die Aktie gehandelt wird, ist das ein Kaufsignal.

Mit dieser einfachen Strategie erzielte Buffett in den letzten 30 Jahren ein Plus von rund 3.250 %.

Selbstverständlich besteht die Schwierigkeit bei dieser Strategie darin, den exakten inneren Wert zu ermitteln. Darin ist Buffett Weltklasse, wie seine Resultate zeigen. Für den Privatanleger dürfte es jedoch ziemlich schwer werden, ähnliche Ergebnisse zu erzielen.

2. Dividendenstrategie: regelmäßige Einnahmen

Die Dividendenstrategie gehört zu den beliebtesten Anlagestrategien an der Börse. Solltest Du noch nie etwas von dieser Strategie gehört haben, wir haben sie Dir hier schon ausführlich erklärt.

Kurz und knapp kaufen Anleger mit dieser Strategie Aktien mit hoher Dividendenrendite. Dementsprechend investieren sie in Aktien, die im Verhältnis zu ihrem Preis, eine hohe Ausschüttung aufweisen.

Für viele Investoren ist die Strategie so interessant, weil sie eine regelmäßige Einnahme durch die Dividende erzielen (Stichwort “passives Einkommen“). Gerade Privatanleger unterliegen hier jedoch immer wieder einem Trugschluss. Denn die Dividenden sind keine Einnahmen. Sie werden vom Kurs abgezogen. Vielmehr muss man auf die Gesamtrendite schauen, nicht nur auf die Dividendenrendite.

Viele Blogs oder Finanzmagazine befeuern diesen Trugschluss noch zusätzlich. Anstatt faktenbasiert zu argumentieren, setzen sie auf oberflächliche Berichterstattung.

Du solltest dich deshalb also vorab gründlich informieren, bevor Du mit dem investieren nach der Dividendenstrategie beginnst. Vielleicht ist die Strategie ja trotzdem was für dich.

3. Top-5-Dividenden-Strategie

Bei der Dividendenstrategie kaufst Du die Aktien mit der höchsten Dividendenrendite. Doch welche Aktien kaufst Du genau?

Genau diese Frage lässt sich mit der Top-5-Dividenden-Strategie beantworten.

Die einfache Formel dieser Strategie ist es, aus einem Index diejenigen 5 Aktien zu kaufen, die die höchste Dividendenrendite haben.

Als Index kannst Du beispielsweise den DAX verwenden. Für die 30 Aktien im Index berechnest Du die Rendite. Daraus wählst Du die 5 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite aus und legst sie dir ins Depot.

Um Dir die Arbeit ein wenig zu vereinfachen, baust Du dir am besten eine Excel-Tabelle zusammen. Wie Du Aktienkurse in eine Excel-Tabelle ganz ohne Programmierkenntnisse bekommst, zeigen wir Dir hier. Das erleichtert Dir die Umsetzung der Strategie erheblich.

Sollte Dir die Aktienauswahl immer noch zu aufwendig sein, kannst Du die Strategie in ähnlicher Weise auch mit einem ETF abbilden. Im DivDAX werden die 15 dividendenstärksten Papiere des DAX gebündelt. Einen entsprechender ETF auf den DivDAX gibt es z.B. von iShares (WKN: 263527 / ISIN: DE0002635273).

4. Dividendenwachstumstrategie als Aktienstrategie

Durch das Verfolgen einer Strategie kannst Du dein Geld am besten an der Börse vermehren.

Sollte die Dividendenstrategie nichts für Dich sein, kannst Du es vielleicht mal mit einer Dividendenwachstumstrategie. Doch was unterscheidet die beiden eigentlich?

Im Prinzip ähnelt die Dividendenwachstumstrategie der Dividendenstrategie. Anstatt jedoch auf die Dividendenrendite zu achten, betrachten wir das Wachstum der Dividendenraten.

In der Praxis bedeutet das, dass Du schaust, wie stark die Dividenden einer Aktie über die Jahre zugenommen haben. Du legst nur Aktien in Dein Depot, deren Dividenden in den letzten Jahren am meisten gewachsen sind.

Verläuft alles nach Plan, hast Du am Ende Aktien in Deinem Depot, die eine hohe Dividendenrendite haben. Im Gegensatz durch Dividendenstrategie hast Du sie aber bereits früher, da Du ja auf das Wachstum gesetzt hast. Dieses Wachstum hast Du von Beginn an mitgemacht.

Da Du sie auf dem Papier wahrscheinlich auch früher im Depot hast, sind Deine Dividenden zu Beginn jedoch noch nicht so hoch. Jedoch hast Du bereits einen konstanten Dividendenstrom, was definitiv ein schöner Nebeneffekt dieser Strategie ist.

Jedoch solltest Du auch beim Umsetzen dieser bedenken, Dividenden nicht mit Einnahmen zu verwechseln.

5. O’Higgins-Dividenden-Strategie

Michael O’Higgins war ein Vermögensverwalter. In seinem Buch Beating the Dow veröffentlichte er seine Aktienstrategie, die auch unter dem Namen „Dogs of the Dow“ bekannt ist.

O’Higgins war der Meinung, dass die Höhe des Preises einer Aktie einen Einfluss auf die Aktienauswahl der Aktionäre hat. Die Überlegung dahinter ist einfach. Je teurer eine Aktie ist, desto weniger Leute kaufen sie.

Umgekehrt gefragt: Nehmen wir an, Du hättest zwei Aktien zur Auswahl. Beide besitzen völlig gleichwertige Kennzahlen. Die eine Aktie kostet pro Stück 10 000 Euro. Die andere kostet 10 Euro und Du kannst davon 1000 Stück kaufen. Für welche der beiden Aktien entscheidest Du dich?

Aus der Grundlage dieses Gedankengangs schlägt O’Higgins folgende Strategie vor:

  • Ordne die Aktien eines Index, z. B. aus dem Dow Downes oder dem DAX, nach deren Dividendenrendite.
  • Daraus wählst Du die zehn Aktien mit der höchsten Rendite aus.
  • Von den zehn kaufst Du die 5 Aktien mit dem niedrigsten Kurs, also die billigsten.
  • Halte die Aktien ein Jahr. Danach Beginne wieder von vorne.

Mit dieser simplen Strategie gelangt es O’Higgins oft den Vergleichsindex zu schlagen. Auch neuere Studie zeigen den Erfolg der Strategie.

Wie Du mit Sicherheit schon bemerkt hast, geben die minderwertigen Aktien der Strategie ihren Namen. Jedoch sind die Aktien gar nicht so minderwertig, wie die Ergebnisse dieser Strategie beweisen.

Sheards Aktienstrategie

Von O’Higgins ursprünglicher Strategie gibt es noch zahlreiche Abwandlungen und Verfeinerungen. Beispielsweise entwickelte Robert Sheard die Low-4-Strategie.

Anstatt die 5 Aktien mit dem niedrigsten Kurs zu kaufen streichst, Du diejenige mit dem schlechtesten Kurs aus der Auswahl. Anschließend hast Du die Low-4-Strategie nach Sheard. Doch wie kam er nur auf eine solche Idee?

Sheard beobachtete, dass sich die Aktie mit dem geringsten Kurs systematisch am schlechtesten entwickelte. Deswegen strich er einfach die lahmste aller Enten aus der Auswahl.

Mit dieser simplen Abwandlung konnte auch er gute Ergebnisse erzielen.

6. Growth-Strategien als Aktienstrategien

Wie Du sicher weißt, kommt Growth aus dem Englischen und bedeutet Wachstum. Aus diesem Grund ist die Strategie auch unter dem Namen Wachstumsstrategie bekannt.

Die Growth-Strategien ist quasi das Gegenteil zur Value-Strategie. Statt den Ist-Wert des Unternehmens zu bewerten oder den inneren Wert zu ermitteln, setzt man auf das Unternehmenswachstum.

Außerdem stehen nicht einzelne Aktien im Fokus dieser Strategie, sondern meistens ganze Branchen. Der Analyst versucht, die Branchen zu identifizieren, deren Wachstum in der Zukunft am größten sein wird. Aus dieser Nische sucht er sich die Aktien, mit der größten Wachstumsdynamik.

Typisch für Growth-Werte ist auch das meistens recht hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis. Da die Unternehmen gerade am Anfang ihrer großartigen Zukunft stehen, erwirtschaften sie noch recht wenig Gewinn. Aus diesem Grund ist das KGV sehr hoch, im Vergleich zu Value-Titeln. Jedoch sollte das KGV mit der Zeit fallen, auch das ist typisch für Growth-Aktien.

Einer der bekanntesten Growth-Investoren war Peter Lynch. Sein Fond erwirtschaftete eine Rendite von knapp 29 % pro Jahr, womit er selbstverständlich den Markt schlug. Mittlerweile konnte er sich, aufgrund seines Erfolgs, zur Ruhe setzen.

7. Momentumstrategie als Aktienstrategien

Kannst Du dir vorstellen, dass die Sieger von gestern auch morgen zu den Gewinnern zählen? Dann ist vielleicht die Momentumstrategie etwas für Dich.

Denn genau das ist die Idee der Momentumstrategie, die auch „Strategie der relativen Stärke“ bekannt ist.

Wir setzen auf Aktien, die in der jüngeren Vergangenheit renditestark waren. Oft zählen nämlich die Aktien, die in der Vergangenheit hohe Rendite lieferten, auch in der Zukunft zu den Aktien mit überdurchschnittlicher Rendite.

Diese Beobachtung machte Narasimhan Jegadeesh und Sheridan Titman in den frühen 1990ern. Damit legten sie den Grundstein für die Momentumstrategie.

Jedoch muss das Depot relativ häufig umgebaut werden. Du musst dich von den renditeschwachen Positionen trennen und die neuen Gewinner in Dein Portfolio aufnehmen.

Für Privatanleger ist das genau der Knackpunkt der Strategie. Der häufige Handel kostet viel Gebühren. Außerdem ist das stetige Umschichten ein aufwendiges Unterfangen.

Deswegen sollten Privatanleger eher auf einen Momentum-ETF setzen. Ein solcher ETF ermöglicht es, breit gestreut auf Momentum-Werte zu setzen. Zusätzlich übernimmt der Indexanbieter die Auswahl der Aktien.

8. 200-Tages-Durchschnitt-Strategie

Die 200-Tages-Durchschnitt-Strategie ist eine einfache Aktienstrategie. Anhand des 200-Tages-Durchschnitts versuchen wir, den Einstiegs- bzw. Ausstiegszeitpunkt zu finden. Dabei ist die 200-Tages-Linie der gleitende Durchschnitt aus den Schlusskursen der vergangenen 200-Tage.

Beim kaufen und verkaufen verlassen uns dabei aber eben nicht, wie so viele Anleger, auf unser Gefühl. Vielmehr verkaufen wir genau dann, wenn der Wert der Aktie den 200-Tages-Durchschnitt schneidet. Analog dazu verhält es sich mit dem Einstiegszeitpunkt.

Wir verhalten uns dabei ganz nach der Regel “The trend is your friend”.

9. Sell-in-Summer-Strategie

Das ist die wohl einfachste Regel im ganzen Beitrag. Gleichzeitig sollte sie jeder Anleger kennen.

Verkaufe Deine Aktien zum 31. Juli eines jeden Jahres. Am 1. Oktober legst Du sie wieder zurück in Dein Depot.

Mit dieser Aktienstrategie sparst Du quasi den Sommer aus.

Im Sommer ist traditionell die Luft an der Börse raus. Die Berichtssaison ist vorbei und die Dividenden sind gezahlt. Wahrscheinlich befinden sich die meisten Fondsmanager im Sommerurlaub.

Dementsprechend sinkt der Handel an der Börse und die Kurse purzeln.

Gegen Jahresende kehrt sich das Spiel dann genau um. Die Fondsmanager müssen ihre Fonds mit guten Werten befüllen. Alles wird zum Jahresende auf Hochglanz poliert. Die Folge sind steigende Kurse.

10. Indexing als Aktienstrategien

Sind Dir alle Aktienstrategien im gesamten Beitrag zu aufwendig? Hast Du keine Lust dich ständig mit dem Auf und Ab an der Börse zu beschäftigen?

Dann haben wir genau das Richtige für Dich.

Die Rede ist vom Indexing bzw. der Index-Strategie.

Beim Indexing kaufst Du keine einzelnen Wertpapiere. Vielmehr kaufst Du gleich einen ganzen Aktienkorb. Anstatt den Markt schlagen zu wollen und z. B. besser als der DAX zu abzuschneiden, kaufst Du dir einfach den Index.

Als Folge davon kannst Du schon gar nicht schlechter als der Markt abschneiden. Eine Möglichkeit, in einen Index zu investieren bieten Exchange Traded Funds, kurz ETFs. Eine Auswahl haben wir Dir hier zusammengestellt.

Finde Deine Aktienstrategien

Wie Du siehst, gibt es eine Vielzahl an Aktien- und Anlagestrategien. Selbstverständlich gibt es noch viel mehr, als die hier Dargestellten.

Und genau das ist der Punkt. Sollte Dir keine der Strategien zugesagt haben, informiere Dich oder erstelle deine eigene Strategie. Mit ein bisschen Kreativität hast Du im Handumdrehen deine persönliche Strategie erstellt.

Das Wichtigste ist jedoch, dass Du eine Herangehensweise bzw. eine Aktienstrategien hast, mit der Du dein Geld an der Börse vermehren kannst. Denn es gibt nichts Schlimmeres an der Börse, als im Blindflug zu investieren. Nach Gefühl zu investieren wird langfristig nicht funktionieren.

Weiterhin ist es wichtig, dass Du eine Anlagestrategie hast, die zu Dir passt und mit der Du dich wohlfühlst. Im Laufe deiner Anlegerkarriere wird es mit großer Wahrscheinlichkeit eine Krise geben. In solchen Momenten kannst Du auf deine Strategie vertrauen.